Ist Männerhaar eigentlich gleich Frauenhaar?

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Lockig, glatt, trocken, fettig – wie es auf unseren Köpfen aussieht und welche Pflege notwendig ist, ist individuell sehr verschieden. Aber macht auch das Geschlecht einen Unterschied? Gibt es DAS Männerhaar und DAS Frauenhaar? Ein klares Jein, denn tatsächlich sind unsere Haare rein biologisch durchaus gleich, auch wenn verschiedene innere und äußere Einflüsse durchaus eine Rolle spielen. M:ID erklärt deshalb, welche  Faktoren den Unterschied machen und welche Konsequenzen daraus für die Haar- und Kopfhautpflege gezogen werden sollten.

Die Ausgangslage:

Fest steht: Die Haarfollikel von Männern und Frauen sind aus biologischer Sicht nicht voneinander zu unterscheiden. Das Haut- und Bindegewebe, welche die Haarwurzel umgibt, ist identisch und das Haar an sich ebenfalls.

Das ABER:

Jeder Mann, der schon einmal Haarpflegeprodukte der Freundin oder Frau benutzt hat, weiß, dass diese nicht den gleichen Effekt haben wie bei ihr – und umgekehrt genauso. Das häufig genutzte Shampoo von ihr kann beispielsweise zu einer vermehrten Schuppenbildung bei ihm führen. Warum das so ist und warum eben Männerhaar doch nicht gleich Frauenhaar ist, erklärt M:ID Experte Dr. Thomas Welss:

Grundsätzlich gilt, dass jedes Haar und jede Kopfhaut ganz eigene Bedürfnisse hat. Dafür sind verschiedene Faktoren, wie z.B. die Gene, Ernährung etc. verantwortlich. Schauen wir uns aber im Speziellen Männer- und Frauenköpfe im Vergleich an, dann gibt es drei entscheidende Einflüsse, die dafür sprechen, dass Männer und Frauen verschiedene Pflegeprodukte benötigen:

1. Pflegeverhalten – warum das Waschen und die Haarlänge entscheidend sind

Frauen tragen ihr Haar meist länger und müssen es dementsprechend auch anders pflegen. Außerdem waschen sich Frauen tendenziell seltener den Kopf als Männer. Darauf nehmen Pflegeprodukte Rücksicht: Männer-Shampoo, das oft täglich angewendet wird, darf die Kopfhaut nicht reizen oder austrocknen. Benutzt ein Mann täglich ein aggressiveres Shampoo, kann das schnell zu trockener Kopfhaut führen und somit zu ungewollten Schuppen. Ein Shampoo für Frauen kann dagegen ein bisschen “kräftiger” sein, da es seltener benutzt wird und meist mehr Haar reinigen muss.

2. Talgproduktion – warum unsere Talgdrüsen unterschiedlich arbeiten

Angedockt an das Haarfollikel jedes Haares ist eine Talgdrüse. Sie schüttet Talg aus, um das Gleiten des Haares aus der Wurzel zu unterstützen und die Kopfhaut zu schützen. Sind diese Drüsen sehr aktiv, neigt Mann und Frau zu fettigem Haar. Das männliche Hormon Testosteron hat besonders starken Einfluss auf die Talgproduktion und regt diese an. Bei Frauen hingegen verbleibt die Talgproduktion zumeist auf einem geringeren Level. Fettiges Haar bietet potentiell auch den Nährboden für einen Hefepilz, der für Schuppen sorgen kann. Eine gute Haarpflege für Männer berücksichtigt daher diese besonderen Haar- und Kopfhautbedürfnisse.

3. Hormone – warum Testosteron den haarigen Unterschied macht

Testosteron wird sowohl bei Männern als auch bei Frauen produziert, unterscheidet sich aber in der Konzentration. Das männliche Hormon beeinflusst nicht nur die Talgbildung, sondern hat auch Einfluss auf die Haarwachstumsphase. Diese kann durch einen zu hohen Testosteronspiegel verkürzt werden, was dann zu einer Miniaturisierung des Haarfollikels führt. Das wiederum bedingt oft Haarausfall oder ein verringertes Haarvolumen und betrifft vor allem Männer. Durch Wirkstoffe wie Carnitin Tartrat, Taurin und Echinacea kann Mann den beschriebenen Vorgang entschleunigen oder sogar aufhalten. Die Verwendung dieser drei Stoffe macht in Shampoos für Frauen aber wenig Sinn, da sie deutlich seltener an dieser Form des Haarausfalls leiden.

Das Fazit:

Männer- und Frauenhaar sind zwar rein biologisch gleich aufgebaut, trotzdem nehmen andere biologische Prozesse sowie unterschiedliches Pflegeverhalten darauf Einfluss. Es lohnt sich deshalb auf jeden Fall, dass Männer und Frauen unterschiedliche Pflegeprodukte für ihren Kopf benutzen. Noch besser sind zudem Produkte, die individuellen Pflegebedürfnissen Rechnung tragen – von fettigem Haar bis Schuppen.