Trends 2020 – Fluffy Brows und Kissen als Kleidung

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Trends sind im Allgemeinen schon etwas Seltsames. Besonders in Bereichen, in denen es nicht um Mode geht, ploppen die kuriosesten Dinge auf, werden eine Zeit lang als Trend auf Instagram, Pinterest oder TikTok gehypet und verschwinden dann wieder in der Versenkung. Dabei sind diese schnellebigen Trends oft noch nicht einmal neu. Während zum Beispiel die aktuellen, bodenständigen (und tatsächlich tragbaren) Damenmode Trends 2020 in der Regel schon 2019 entworfen, hergestellt und beworben werden, könnte man vermuten, daß in Bereichen, die weniger Vorbereitung bedürfen, die Dinge anders laufen. Tatsächlich aber werden auch diese Trends oft schon Jahre vorher “erfunden”, in der Hoffnung, daß sie eines Tages von den sozialen Medien aufgegriffen und gehypet werden.

Ein großes Thema ist wie jedes Jahr Natürlichkeit. Dabei geht es meist darum, Dinge wie Mode und Beauty so einfach und natürlich wie möglich zu halten. Zumindest sollen sie so aussehen, als ob sie es wären. Spannend wird es allerdings, wenn diese Natürlichkeit so viel Arbeit erfordert, daß es mehr als unnatürlich wirkt. Dieser Widerspruch zieht sich in diesem Jahr durch viele Bereiche, wie man an unserem Beispiel der Fluffy Eyebrows sehen kann. Aber eines hat die Trend-Landschaft 2020 gemeinsam: Sie versucht so schräg wie möglich zu sein. Und ist erstaunlich kreativ.

Fluffy Brows-Trend

Mit dem Begriff fluffy, also flauschig, kann man natürlich jede Menge assoziieren. Im Schönheitskontext sollte dazu allerdings erstmal eine gewisse Klarheit geschaffen werden. Wenn man das erste Mal den Begriff Fluffy Brows hört, stellt man sich in der Regel zuerst irgendetwas unaussprechlich flauschiges vor, ähnlich dem Einhorn aus dem Film “Ich, einfach unverbesserlich” (It’s so fluffy!). Tatsächlich bezeichnet der Ausdruck im Beautybereich eher eine natürliche, voll aussehende Augenbraue. Jahrzehntelang wurde Frauen eingeredet, das Schönheitsideal seien schmale, wohlgeformte Augenbrauen. Und jetzt soll plötzlich alles wieder natürlich buschig wuchern? Naja, nicht ganz.

In der Realität bedeuten nämlich Fluffy Brows oft noch mehr Arbeit und Pflege als das simple Ausreissen unliebsamer Haare. Fluffy Brows sollen natürlich, voll und voluminös sein. Und interessanterweise versuchten zahlreiche Modemagazine schon letztes Jahr, diesen Trend zu erschaffen, mit nur mäßigem Erfolg. Das sieht dieses Jahr völlig anders aus, denn der Trend ist zur Zeit überall zu finden. Ob die künstliche Natürlichkeit das Jahr überdauert, bleibt fraglich.

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Dazu “passend” kommt natürlich auch direkt ein Trend, der die ganze Natürlichkeit wieder in die Tonne wirft, wie auf dem Bild oben zu sehen. Der Lower-Liner-Trend bedeutet nichts anderes, als den unteren Lidstrich, möglichst ausgeprägt, in der gleichen Farbe und Stärke wie den oberen zu ziehen. Hand aufs Herz, viele junge Mädchen machen so etwas, wenn sie noch absolut unerfahren in Sachen Makeup sind. Kombiniert mit den Fluffy Brows ergibt sich eben genau dieses natürlich unnatürliche Bild, das in diesem Jahr die Sozialen Medien in Atem hält.

Und die Mode?

In der Mode sieht es nicht besser aus. Hier hat die soziale Selbstquarantäne offenbar wirklich seltsame Blüten getrieben, welche allerdings wohl eher in die Kategorie “Wird man niemals auf der Straße sehen” einzuordnen sind. Zum Glück. Das Schrägste dürfte dabei wohl der Trend sein, sich mit einem Gürtel ein paar Kissen umzuschnallen.

Auch dabei kann man irgendwie von Natürlichkeit sprechen. Immerhin ist es im Gegensatz zu anderen Trends tatsächlich sehr einfach, auch wenn viele Influencer versuchen, den Kissen-Trend auf die Spitze zu treiben. Aber sowas dürfte man wie erwähnt wohl eher nicht im Supermarkt an der Ecke antreffen.

Man könnte die Liste nun noch endlos weiterführen, doch Intensivtäter des Social Media dürften darüber längst Bescheid wissen. Die Corona-Krise mit all ihren Begleiterscheinungen hat uns in diesem Jahr neue, interessante und vor allem witzige Trend-Ideen beschert. Bei vielen davon sollte man aber hoffen, daß sie so schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind.