Das neueste Superfood? Schabenmilch!

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Machen wir uns nicht vor: Superfoods sind trendy. Das hippe Versprechen, daß manche Lebensmittel ultragesund sind und man als Konsument voll am Puls der Zeit lebt, wenn man diese konsumiert. Natürlich möglichst selbstbewusst auf Instagram. Aber nun ist ein Superfood am Horizont, bei dem wir gespannt sein können, wie dieses im Foodporn-Dschungel auf Insta präsentiert wird: Schabenmilch.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Schabenmilch ist auf dem Vormarsch, und sie hat tatsächlich einiges an beeindruckenden Vorteilen zu bieten. Wissenschaftler sagen, Schabenmilch ist vier mal nahrhafter als Kuhmilch. Aber der Reihe nach.

Schabenmilch? Im Ernst??

Jap, im Ernst. Aber keine Angst, ihr müsst euch jetzt nicht überlegen, wie ihr euch eine Kakerlakenzucht zuhause anlegen könntet. Oder wie ihr diese dann melkt. Wobei das ein Video auf Instagram abgeben würde, das ganz sicher viral werden würde.
Im Ernst. Es geht um eine ganz spezifische Schabe, nämlich Diploptera punctate, oder auch Pacific Beetle Cockroach. Diese ganz spezielle Kakerlake produziert eine Milchsubstanz, welche extreme Mengen an Proteinkristallen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Aminosäuren enthält.
Biologisch bewanderte Leserinnen werden sich jetzt vielleicht fragen, warum ein Insekt Milch produziert, die legen doch Eier.
Tatsächlich ist unsere niedliche Pazifikkakerlake die einzige Kakerlakenart, die ihre Jungen lebend zur Welt bringt. Um diese dann zu füttern produziert sie diese Milch. Ganz wie bei Säugetieren.

Also auf zum Kakerlakenmelken?

Dank der immer weiter fortschreitenden Miniaturisierung ist es gelungen, winzige Zapfanlagen…. Nein, das war Spaß. Tatsächlich ist es Wissenschaftlern gelungen, die entsprechenden Gene für die Milch zu identifizieren und im Labor zu sequenzieren. Das Superfood kommt also aus dem Labor, hat aber dieselbe Zusammensetzung wie die native Schabenmilch.

Und was bedeutet das jetzt alles? Es bedeutet, daß uns diese niedlichen, ekelhaften kleinen Biester etwas beschert haben, was zur Ernährung der Weltbevölkerung einen großen Beitrag leisten könnte.
Kakerlaken werden die Menschheit mit Sicherheit überleben. Aber vielleicht kann die Menschheit dank der Kakerlaken noch ein bisschen länger durchhalten. Darauf erstmal eine K-Milch.

Ein dauerhaftes Wohnrecht bekommt ihr aber trotzdem nicht unter meinem Kühlschrank.