Wintermüdigkeit: das steckt dahinter

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Lichtmangel macht müde, vor allem im Winter, wenn die Tage kürzer werden und die Sonne sich hinter dichten Wolkendecken versteckt. Wer auch an Wintertagen gut gelaunt und wach bleiben will, sollte deshalb so viel Tageslicht tanken wie möglich.

Energiesparmodus für den Körper

Dass wir im Winter häufiger müde sind als am Sommer, hängt unter anderem mit unserem Hormonhaushalt zusammen. Tagsüber produziert der Körper das Wachhormon Serotonin: Es hebt die Stimmung, macht uns wach und aktiv. Gegen Abend und in der Nacht steigt dagegen die Produktion des Hormons Melatonin. Es senkt Blutdruck und Stoffwechsel, macht schläfrig und hilft dem Körper, in den Energiesparmodus zu fahren. Da es im Winter länger dunkel bleibt, produziert der Körper auch mehr Melatonin — wir werden früher müde.

Im Winter hat die Sonne weniger Strahlkraft

Hinzu kommt, dass die Sonne im Winter weniger Strahlkraft hat: „An einem Tag im Sommer kann die Sonne eine Lichtstärke von bis zu 100.000 Lux erreichen“, weiß Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline. „An trüben Dezembertagen dagegen liegt die Lichtstärke höchstens bei etwa 3.000 Lux.“ Das künstliche Licht in Wohnräumen oder Büros kann den Mangel an natürlichem Licht nicht annähernd kompensieren: Es erreicht gerade einmal 200 bis 300 Lux. Tageslichtlampen sind zwar ein gutes Hilfsmittel, sie erreichen Lichtstärken zwischen 2.500 und 10.000 Lux, das gilt jedoch aber nur in unmittelbarer Nähe des Gerätes. Einen ganzen Raum kann auch die stärkste Tageslichtlampe nicht mit der nötigen Intensität ausleuchten. Kein probates Mittel ist übrigens der Gang ins Solarium: Hier wird das Licht nur über die Haut aufgenommen, nicht über die Augen. Auf den Hormonspiegel hat das keinerlei Auswirkungen.

Tankstellen für Tageslicht

Das beste Mittel, um dem Winter Blues zu entgehen, ist also, so viel Tageslicht zu tanken wie möglich. Wer im Büro arbeitet, kann beispielsweise darauf achten, den Schreibtisch so nahe wie möglich ans Fenster zu stellen. Wenn das Wetter es erlaubt, hilft es auch, einen Teil des Arbeitsweges mit dem Fahrrad oder zu Fuß absolvieren oder in der Mittagspause eine kurze Runde um den Block drehen. Wer unter der Woche überhaupt keine Gelegenheit findet, im Tageslicht eine Runde an der frischen Luft zu drehen, sollte die freie Zeit am Wochenende für einen langen Spaziergang im Freien nutzen.

Gesunde Ernährung hellt die Stimmung auf

Lässt sich der Mangel an Licht nicht ohne Weiteres kompensieren, gibt es auch andere Möglichkeiten, um die Fitness und Wachsamkeit im Winter zu steigen. Viel Bewegung und gesunde Ernährung wirken ebenfalls als Stimmungsaufheller, weil sie die Produktion von Serotonin ankurbeln.

(Quelle: Pressemitteilung Wetter Online)