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NYC - Zwischen Shoppingfieber und Sightseeing

Nachdem die letzte Hürde genommen ist, schwingen wir uns in den, direkt vom Flughafen abfahrenden Bus, nach Manhattan. Wir haben ein Hotelzimmer in einer ehemaligen Jugendherberge des YMCA gebucht. Auf Komfort haben wir zu Gunsten des Preises bewußt verzichtet, da wir ohnehin nur dort schlafen wollen und tagsüber unterwegs sein würden. Ein Gedanke, der im Nachhinein durchaus als Fehlkalkulation zu bewerten ist. Denn zehn Tage NYC bedeutet nicht Urlaub sondern Stress und Action. Und der eine oder andere Nachmittag im Hotel wäre durchaus willkomen gewesen. Aber die Absteige unserer Wahl, die sehr zentral, in der Nähe des Chrysler-Buildings und dem Times Square gelegen war, machte so einen Aufenthalt nicht zum Vergnügen.

Ein Zimmer, so groß wie eine eingestürzte Gefängniszelle, kein eigenes Bad und ein klapperiges Hochbett, bestehend aus zwei aufeinander gestapalten Einzelbetten, machten jeden Aufenthalt zum Abenteuer. Aber schwamm drüber, wir sind schließlich nicht zum Ausruhen hier und der Spaß hat nur 300 Euro pro Person gekostet.

Beinahe der großartigste Moment der ganzen Reise, war der, als wir gegen 23:30 Uhr Ortszeit aus dem Bus, genau vor der Central Station ausstiegen. Der Anblick der Wolkenkratzer übersäten Stadt, der aus der Ferne noch wie eine Postkarte amutete, wird zum absoluten Gänsehaut Moment. Eben noch auf der Leinwand, jetzt live dabei, großartig. So kann uns dann auch unsere Müdigkeit nicht davon abhalten, nach dem Einchecken in unser Hotel, noch einen ausgedehnten ersten Rundgang durch Manhattan zu machen. Selten habe ich mich, seit meinem Eintritt in die Erwachsenenwelt, so überwältigt gefühlt. Die Müdigkeit tat sicher ihr Übriges, um diesen fantastischen Moment zu einem traumartigen Erlebnis werden zu lassen.

Am nächsten Morgen dann die Erleichterung: es war kein Traum, wir sind noch immer in NYC. Und es folgt die erste Ernüchterung: tagsüber sieht New York gar nicht mehr so spektakulär aus. In erster Linie ist es groß...und schmutzig. Man fühlt sich als Großstädtler recht schnell in ein überdimensioniertes zu Hause versetzt, was nicht zu letzt an all den, aus Filmen bekannten Stätten, liegt. Nun ja, aufregend ist es allemal. Da wir nicht wissen, wo wir anfangen sollen, machen wir uns einfach mal zu Fuß auf den Weg Richtung Süden. Irgendwo dort muss ja die große alte Mutter der Sehenswürdigkeiten der modernen Welt liegen: Die Freiheitsstatue. Nach Liberty-Island zu schippern haben wir zwar für einen anderen Tag geplant, aber man kann ja schonmal einen Blick drauf werfen.

Dass wir bei unserer Ankunft im Battery-Park, dem Park am Ufer der Südspitze Manhattans, vom dem aus man den Blick auf Miss Liberty erhaschen kann, bereits die Hälfte von Manhattan gesehen haben, hatten wir nicht erwartet, wird uns aber schmerzlich durch unsere qualmenden Füße bewusst gemacht. Fast alle Gebäude, die ich mir ansehen wollte, lagen bereits auf unserem Weg, selbst das als Sehenswürdigkeit fragliche "Ground Zero" haben wir durch einmal falsches Abbiegen bereits gesehen. Sowohl zu unserer Freude, als auch zu unserem Leidwesen, knallt an diesem Tag auch noch die Sonne unerbittlich auf die Strassen Manhattans und hinterlässt uns am Abend, als Gruß einen Sonnenbrand auf der Stirn. An Sonnencreme hatten wir natürlich nicht gedacht. Erschöpft fallen, nein, besser balancieren wir, am Abend in unsere Betten. Völlig erschlagen vom vielen Laufen und der permanenten Reizüberflutung.

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