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Verrückt nach dir - Erfrischende Romantikkomödie

Titelbild
Nach „Mitten ins Herz“ und „50 erste Dates“ ist Drew Barrymore wieder in einer Romantikkomödie zu sehen und glänzt wie eh und je auf der großen Leinwand. Warum „Verrückt nach dir“ gar nicht so blöd ist, wie der deutsche Titel klingt und warum der Film keine Schnulze ist, verraten wir euch im Folgenden.

Erin (Drew Barrymore) studiert Journalismus in San Francisco und lebt bei ihrer verheirateten Schwester Corrine (Christina Applegate). Als sie für einige Wochen ein Praktikum in New York macht, lernt sie Garrett (Justin Long) abends in einer Bar kennen. Dieser hat sich (mal wieder) frisch von seiner Freundin getrennt und wollte eigentlich einen Männerabend mit seinen Kumpels Box (Jason Sudeikis) und Dan (Charlie Day) verbringen.  Nach einem tollen Gespräch, einer gemeinsamen Nacht und einem noch besseren Frühstück beschließen Erin und Garrett, in den kommenden Wochen einfach gemeinsam Spaß zu haben – wohl wissend, dass die Sommerliebelei beendet wird, sobald Erin in das Flugzeug nach San Francisco steigt.

Weil aber die gemeinsamen sechs Wochen unauslöschliche Spuren hinterlassen, wünschen sich bald beide, dass die Zweisamkeit niemals enden möge. Es beginnt eine Fernbeziehung, bei der das Pärchen ununterbrochen SMS schreibt und sich bei den seltenen Treffen so sehr freut, dass der Geschlechtsverkehr noch auf dem Küchentisch von Corrine stattfinden muss. Doch werden Erin und Garrett die Beziehung aufrecht erhalten können, obwohl ein Kontinent zwischen ihnen liegt, Freunde und Verwandte nur mit dem Kopf schütteln und unerwartete Verlockungen die Probleme nicht einfacher machen?

Gelungenes Debüt
Die Regisseurin Nanette Burstein ist eigentlich Produzentin und Dokumentarfilmerin und versucht sich mit „Verrückt nach dir“ das erste Mal an einem Spielfilm. Ihr war es bei den Dreharbeiten wichtig, dass die Schauspieler viel Freiraum bekamen und bei den Dialogen auch improvisieren konnten. Das merkt der Zuschauer der Komödie denn auch an. In vielen Szenen wirken die Figuren locker, sympathisch und vor allem real. Dadurch fällt es dem Zuschauer leicht, sich in ihre Situation hineinzuversetzen, sich mit ihnen zu freuen und mit ihnen zu leiden. Zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, die Handlung würde abheben oder den Sinn verlieren.

Die bodenständige aber dennoch witzige Handlung ist deshalb so nah am Zuschauer, weil sich „Verrückt nach dir“ jeglichen Klischees oder kitschigen Lösungen verweigert. Das ist einfach nur erfrischend und obendrein lustig. Denn das Filmteam scheint sogar Spaß daran gehabt zu haben, den Zuschauer kurzzeitig zu verwirren. So wird er zum Beispiel für einen kleinen Moment in dem Glauben gelassen, dass Garret nach einer durchzechten Nacht mit seiner Arbeitskollegin geschlafen hat, weil Erin sie am Morgen halbnackt in seiner Wohnung erwischt. Sekunden später erlöst uns die Regisseurin Burstein und bringt Garrets WG-Partner ins Spiel.

Bunter Cast
Neben dem charmanten und überzeugenden Paar spielen auch die Freunde und Verwandten von Erin und Garrett eine große Rolle und übernehmen in einigen Szenen sogar das Ruder. Christina Applegate brilliert als etwas durchgedrehte Schwester und kann viele Lacher auf ihrer Seite verbuchen. Dem stehen Garretts Saufkumpanen Dan und Box in nichts nach. Gespielt werden die Rollen von den Comedy-Nachwuchs-Stars Jason Sudeikis und Charlie Day. Insbesondere Day, der als Garretts lockerer Mitbewohner Dan für den perfekten Date-Soundtrack sorgt - vornehmlich "Top Gun" - und für eine offene Klo-Tür plädiert, sammelt etliche Sympathiepunkte.

Der Titel
Der nichtssagende und durchschnittliche deutsche Filmtitel allein wird wohl kaum einen Zuschauer ins Kino locken. Während der englische Titel „Going the Distance“ wenigsten einen Bezug zum Inhalt herstellt, scheint der deutsche Titel mal wieder völlig uninspiriert einer Mottenkiste entsprungen zu sein. Lasst euch davon nicht täuschen!

Fazit: „Verrückt nach dir“ erfindet das Genre zwar nicht neu, ist aber eine solide und weitestgehend kitschfreie Romantikkomödie, die auch oder vor allem für Pärchen geeignet ist.


Donnerstag, 02.09.2010 | mu

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