Interview mit einem Detektiv
Am 26. Januar startet im Kino der Abenteuerfilm "Fünf Freunde". Vorab verrät dir schon einmal ein echter Detektiv, wie er sich auf Verbrecherjagd begibt und was dabei auf keinen Fall fehlen darf.
Alexander Schrumpf ist Inhaber der Detektei Adler in Wiesbaden. Direkt nach dem Fachabitur hat er seine Ausbildung zum Detektiv begonnen und 1995 als Jahrgangsbester seinen Abschluss als Geprüfter Detektiv gemacht. 1996 gründete er die Detektei Adler. Neben der "normalen" Detektivarbeit bietet er auch Detektivseminare für Jungen und Mädchen (zw. 8 und 13 Jahren) an. Mehr dazu findest du hier.
Wollten Sie schon als Kind Detektiv werden?
Nein eigentlich nicht. Ich wollte immer etwas mit „Schreiben“ machen, am liebsten Bestsellerautor, notfalls aber auch Enthüllungsjournalist. Als ich mich dann nach dem Abi der Realität stellen musste, habe ich eine Praktikumsstelle in einer Detektei angenommen, weil das sehr „cool“ und verwegen klang. Das ist nun 19 Jahre her und ich denke, ich bin in den Beruf hineingewachsen.
Und wie wird man Detektiv? Gibt es da eine Ausbildung?
Ja, es gibt die ZAD (Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe) bei der ich 1995 meinen Abschluss gemacht habe und bei welcher ich mich heute selbst für die Ausbildung neuer Detektive engagiere. Leider gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung und so kann leider jeder Detektiv werden, egal, ob er etwas von dem Beruf versteht oder nicht.
Haben Sie schon mal richtige Schwerverbrecher gestellt?
Die beiden kriminellsten Zielpersonen, die ich je geschnappt habe, waren ein Autodieb und ein Brandstifter. In der Regel habe ich es aber eher mit Betrügern und Dieben (zumeist wegen Unterschlagung) zu tun. Die Verfolgung des gerade erwähnten Autodiebs war mit Sicherheit einer meiner spektakulärsten Fälle. Nachdem er geschnappt wurde lief – oder besser gesagt: fuhr - er Amok. Dabei hat er mich beinahe umgefahren und gut ein Dutzend andere PKWs beschädigt.
Haben Sie eine Pistole, für den Fall, dass es mal brenzlig wird?
Nein, der Detektiv hat in Deutschland keinerlei Sonderrechte und somit auch keinen Waffenschein. In der Realität haben deutsche Detektive auch kaum einen Bezug zu Fällen mit Gewalt oder Waffen.
Lupe, Fernglas und Co – worauf kann ein echter Detektiv auf keinen Fall verzichten?
Stift, Block und Uhr – damit ist der Detektiv „grundausgerüstet“. Beim Spuren suchen, Zielpersonen verfolgen, oder bei der Recherche: der gute Detektiv führt immer genau Buch (inkl. der exakten Uhrzeit). Dann erst kommen, etwa in dieser Reihenfolge, Foto-Kamera, Diktiergerät, Fernglas, gut 50 Euro in der Tasche, Taschenlampe, Auto, Computer, Navi usw.